Set-Cpu ist ein sehr nützliches Programm, um den Prozessortakt und die Hoch- und Heruntertaktcharakteristik des Telefons zu beeinflussen. Ich habe in weiten Teilen die originale Anleitung übersetzt.

Set-CPU benötigt zwingend Root-Rechte

SetCPU gibt es als Paid-App im Market zum Download

Oder kostenlos für Registrierte Mitglieder auf XDA-Developers

Die CPU des HTC-Desire taktet automatisch in einem Bereich von 245 bis 998 MHz. Je nach Lastsituation taktet die CPU automatisch herunter, um Strom zu sparen, oder herauf, um volle Leistung zur Verfügung zu stellen. Mit Set CPU kann man auf diese dynamische Taktung gezielt Einfluss nehmen, um das Verhalten ganz an die eigenen Bedürfnisse anzupassen und beispielsweise richtung Energiesparen zu optimieren.

Nach dem ersten Start des Programms sieht man Folgenden Screen:

Hier sollte man einfach den Knopf “Autodetect Speeds Recommended” betätigen und die Nachfrage nach Rootrechten bejaen. Sollte euer ROM keinen Autodetect unterstützen, folgt noch eine Abfrage des Telefontyps.

Nun landet man im Hauptscreen des Programms:

Das Menü unten erscheint, wenn man die Menütaste drückt.

In diesem Menü kann man mit “Device Selection” wieder den ersten schirm zur automatischen Geräteerkennung aufrufen (das sollte man machen, wenn man sein ROM updated hat, damit SET-CPU wieder alles so einstellen kann, wie es der Macher des jeweiligen ROMs voreingestellt hat.

Der zweite Menüpunkt ist “Perflock Disabler”, der muss nur bei Stock-ROMs betätigt werden, bzw. bei ROMs, die nicht den Vermerk tragen “Perflock disabled”

Zur Erklärung:

In normalen HTC-ROMs gibt es einen Treiber Namens “Perflock” der permanent die Maximum- und Minimumtaktraten, die man mit SET-CPU einstellen kann, zurücksetzt. Der Disabler behebt das Problem, wird aber bei jedem Reboot gelöscht und muss manuell nach dem Booten wieder aktiviert werden. Dies geschieht aus Sicherheitsgründen, da der Disabler möglicherweise Euer Telefon zum Absturz bringt.

Im Hauptscreen sieht man zunächst die große MHz Zahl, die die aktuelle Taktrate der CPU angibt, diese Zahl kann schwanken, je nachdem, ob Hintergrunddienste Rechenleistung benötigen.

Unterhalb der Frequenzangabe sind zwei Slider, mit dem oberen kann man die maximale Taktfrequenz einstellen, mit dem unteren die minimale Taktfrequenz. Bei Kernels, die übertakten Ermöglichen, kann man hier Frequenzen jenseits von 998MHz einstellen, natürlich mit den gleichen Risiken, die es beim übertakten von CPUs gibt. Durch die dynamische Taktung wird aber eher selten der volle CPU-Takt benötigt. Bei Rechenlastigen Apps (z.B. Spiele) ist natürlich mit dauerhafter Vollast zu rechnen.

Der Auswahlbutton “Scaling”:

Mittels dieses Auswahlmenüs kann man den sogenannten CPU Govenor einstellen. Dieser bestimmt die Charakteristik, wie die dynamische CPU-Taktung auf einen Lastwechsel reagiert:

je nach ROM finden sich verschiedene Govenors, hier die häufigsten:

  • ondemand – verfügbar in den meisten Kernels und der Standardgovenor für die meisten Kernels. When die CPU eine bestimmte Auslastung erreicht (das kann man unter “up threshold” ind den Advanced Settings einstellen, siehe weiter unten) dann wird die CPU sehr schnell hochgetaktet, um die Lastanforderung zu bedienen, wenn keine Last vorhanden ist, taktet die CPU wieder runter
  • conservative – verfügbar in einigen Kernels. Funktioniert ähnlich wie “ondemand”, nur wird die CPU nicht ganz so schnell hochgetaktet. Das bietet zwar nicht sofort Höchstleistung, spart aber Energie.
  • performance – verfügbar in den meisten Kernels. Die CPU läuft immer auf der eingestellten Taktfrequenz des max-Sliders. Dies ist etwas effizienter, statt bei “ondemand” beide Werte auf maximum (mit dem Slider) zu stellen, da keine Rechenleistung für Laständerungen verschwendet wird. Dies ist der empfohlene Govenor für stabile Benchmarks.
  • powersave – verfügbar in einigen Kernels. Die CPU läuft auf der eingestellten Taktfrequenz des min-Sliders
  • interactive – verfügbar in einigen Kernels. Dieser Govenor ist für extrem schnelle Reaktion auf Lastwechsel konzipiert. Er funktioniert ähnlich wie “ondemand” oder “conservative”, nur dass bei den Advanced-Einstellungen nichts an der “sample Rate” geändert werden sollte (Die wird nicht benötigt, bei ungünstig Eingestellten Werten kommt es zu Rucklern und Hängern). Denn dieser Govenor taktet die Cpu bei Lastanforderung direkt auf maximaltakt und schaltet dann langsam wieder herunter, wenn diese Leistung nicht benötigt wird. Dies stellt einen sehr Leistungsstarken Govenor bei gleichzeitiger Energieeffizienz dar.
  • smartass-Govenor – aus dem LeeDroid-Forum: “Smartass governor: based on the concept of the “interactive governor” but a little more responsive, Smartass will also cap the clock speed at a minimum whilst the screen is off thus eliminating the need for “sleep profiles”.” – d.h. wenn man diesen Govenor einstellt muss man nicht einmal mehr ein Profil für deaktivierten Screen einstellen, da dann die CPU ohnehin nur mit Minimaltakt läuft.

Der Knopf “Set on Boot” stellt die hier eingestellten Werte für die Taktung und des Govenors beim booten wieder her (wenn Perflock disabled ROMs genutzt werden)

Im zweiten Tab “Profiles” kann man Profile erstellen

Der Punkt “Enable” schaltet die Profilnutzung ein. Ein Haken bei “notifikations” zeigt in der Benachrichtigungsleiste an, welches Profil gerade aktiv ist.

Mit “Add Profile” definiert man ein neues Profil (siehe rechten Screenshot) mit folgenden Punkten:

Condition: stellt die Bedingung ein, zu der das Profil gelten soll:

Bedingungen sind:

  • Charging/Full – wärend des Ladens und Status “Voll” bei laden über beliebige Quelle
  • Charging AC/Full – wärend des Ladens und Status “Voll” bei laden über Netzteil
  • Charging USB/Full – wärend des Ladens und Status “Voll” bei laden über USB
  • Screen Off – währen der Bildschirm aus ist
  • Battery < – während Batteriestand unterhalb X Prozent
  • Temp > – wenn Temperatur größer als

für die letzten beiden Bedingungen erscheint dann ein Slider, bei dem man den Wert einstellen kann.

Mit den Max und Min Slidern stellt man die minimale Taktfrequenz ein, die für den ausgewählten Zustand gelten. Mit “Scaling” den Govenor und mit “Priority” die Priorität (wenn z.B. eine Condition für mehrere Profile gilt, beispielsweise Laden über AC -> Maximaltakt der CPU und Temperatur über 45 Grad-> 245MHz maxfrequenz, dann müsste man der zweiten Bedingung eine hohe Priorität einräumen, damit sich das Desire bei kritischen Temperaturen trotz angeschlossenen Netzteils herunter taktet)

Mit Save speichert man das ganze.

Beispielprofil:

ich habe nur ein einziges aktives Profil für “Bildschirm aus”

Condition: “Screen off” (Bedingung: Bildschirm aus)

Max: slider auf 245000 (Maximalfrequenz der CPU auf 245MHz)

Min: slider auf 245000 (Minimalfrequenz der CPU auf 245MHz)

Scaling. powersave (damit die CPU einfach auf Minimaltakt bleibt zum Stromsparen, siehe governors oben)

Priority: 50 (egal, da ich nur ein Profil habe ;o) )

um ein Profil zu aktivieren muss  ein Haken bei “Enable” sein und auch der Haken vor dem entsprechenden Profil

Das Menü Advanced:

Sampling Rate – die Rate in Millisekunden, mit der die CPU vom Govenor überprüft wird

Up Theshold – Eine Prozentgröße für die CPU Last bei derzeitiger Taktung, bei der die CPU hochgetaktet wird

Ignore nice Load – wenn man hier 1 einsetzt werden einige Hintergrundprozesse ignoriert und die CPU nicht hochgetaktet, wenn diese aktiv sind

Powersave Bias (0-1000) – Eine logarithmische Prozentangabe, bei der gilt: 1000 ist 100%, 100 ist 10%, and 0 is 0%. Der CPU Govenor stellt dann einen Prozessortakt ein der X Prozent unter dem eigentlich eingestellten Wert ist, der für Optimale Geschwindigkeit eingestellt werden müsste.

und natürlich gibt es hier wieder “Apply” zum abspeichern und “Set on Boot” um das ganze permanent zu machen

Mit dem Punkt Info kann man Informationen zum Handy einsehen und diverse Benchmarks fahren, um die Auswirkungen der Einstellungen zu sehen.

viel Spaß beim Tüfteln! Im Brutzelforum wgibt es auch schon einen Thread zu Set-CPU

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